Apotheken rahmentarifvertrag 2017

Die Arbeitszeitflexibilisierung ist in erster Linie durch das Arbeitszeitgesetz geregelt, das bei der Festlegung sektoraler Bedingungen in Tarifverträgen einzuhalten ist. Die sektoralen Vereinbarungen müssen dann zusätzlich zu den nationalen Rechtsvorschriften in Verträgen auf Unternehmensebene berücksichtigt werden. Dem Gesetz zufolge müssen die flexiblen Arbeitszeiten im Arbeitsvertrag einvernehmlich festgelegt werden, damit die tägliche reguläre Arbeitszeit nur um maximal drei Stunden verlängert oder verkürzt werden kann und die Höchstarbeitszeit bei 40 Stunden pro Woche bleibt. Obwohl die Arbeitgeber durch verschiedene Interessenverbände vertreten sind, wurden ihre Tarifverhandlungen bisher vom Verband der finnischen Industrien (EK) wesentlich koordiniert. Diese Koordinierungsfunktion wird sich jedoch wahrscheinlich ändern oder auslaufen, zusammen mit dem Ausstieg der EK aus den Tarifverhandlungen auf zentraler Ebene ab 2016. Da die Arbeitgeber unabhängig von der Branche meist einheitlich handeln, werden ihre Verhandlungen horizontal koordiniert. Alle Arbeitgeber haben das Recht auf Vereinigung, und die Mitgliedschaft in Arbeitgeberverbänden ist in der Privatwirtschaft freiwillig. Die Unternehmensdichte der Arbeitgeber war in den 2000er Jahren stabil und lag 2013 bei rund 65 %. Es gibt einen deutlichen Trend der Fusion von Organisationen, und dies wird voraussichtlich anhalten. Die vergleichsweise hohe Dichte hängt wahrscheinlich mit der Macht zusammen, die die Arbeitnehmerorganisationen in den Tarifverträgen haben. Die Church Employers (KiT) vertritt die Lutherische Kirche Finnlands als Arbeitgeber und hat 2014 einen Tarifvertrag für rund 20.000 Mitarbeiter der Pfarreien ausgehandelt.

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle betrug in Finnland in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts etwa 20 %, hat sich aber seit 2017 leicht verringert und beträgt ab 2017 etwa 17 % (Ministerium für Soziales und Gesundheit, 2017). Das Arbeitsvertragsgesetz und das Nichtdiskriminierungsgesetz fordern die Gleichbehandlung der Arbeitnehmer in allen Aspekten des Arbeitslebens, einschließlich der Löhne. Das Gesetz über die Gleichstellung von Frauen und Männern verbietet ausdrücklich Lohndiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Arbeitgeber mit 30 oder mehr Beschäftigten sind verpflichtet, in Zusammenarbeit mit Arbeitnehmervertretern Gleichstellungspläne zu erstellen und alle zwei bis drei Jahre eine Lohnprüfung durchzuführen. Die Lohnprüfung muss Daten über die Löhne von Männern und Frauen in “vergleichbaren” Gruppen von Arbeitnehmern umfassen und vergleichen. Tarifverträge legen ferner den Rahmen für Löhne in verschiedenen Berufen fest, der für alle Arbeitnehmer einzuhalten ist. Finnland verfügt traditionell über ein dreistufiges System, wobei Tarifverhandlungen normalerweise auf nationaler, sektoraler und lokaler Ebene stattfinden.